Stressgelassen im Stau

Stressgelassen auch im Stau: Warum dir ein Stau gut tun kann


…natürlich erst einmal gar nicht. Wenn ich einen Termin im Rücken habe und mich, weil es regnet, für das Auto statt Bahn entschieden habe, ist ein Stau genau das, was ich nicht brauche. Lauter Blech um mich herum, keine Chance auszuweichen und einen Neukunden, der ein Seminar “ Stressgelassen “ pünktlich um 9.00 Uhr gebucht hat.

Für viele von uns keine unbekannte Situation. Und wie so viele andere, greife ich auch zur üblichen Stressabbau-Methode – ich fange an mich zu ärgern. Erst einmal innerlich: „Typisch. Wenn ich mal das Auto nehme, gibt es natürlich einen Stau“. Wobei jeder, der im Berufsleben steht, schon von Rush-Hour gehört hat und nicht sonderlich verwundert ist, das die Mehrheit der arbeitenden Bevölkerung einer Großstadt wie Hamburg, zufällig ebenfalls um 9 Uhr irgendwo sein müssen –  im Termin, im Büro, in der Kanzlei, in der Behörde….Aber nun auch noch das: Ein Unfall bei Regen und nun geht erst einmal gar nichts mehr. Ich bin also mittendrin in der Blechlawine und …. stehe. Nachdem mich „typisch“ nun nicht gelassener gemacht hat, kommt die zweite Denkrichtung: „Wie konnte ich nur so blöd sein, das Auto zu nehmen und nicht die Bahn“. Dann folgt ein schöner Cocktail all der kleinen Selbstvorwürfe, die man/frau sich so gut zu geben in der Lage ist. Das Ergebnis sind körperliche Stressreaktionen, die uns in diesen Situationen begleiten.

Untersuchungen belegten: Ärger herauszulassen vergrößert ihn noch.

 Suche lieber nach Alternativen.

Viele Menschen fangen nun an zu schwitzen, der Herzschlag wird schneller, manchmal der Blutdruck erhöht, die Muskeln verspannen sich. Letzteres gehört zu meiner Kategorie. Alles Symptome, die beim Angriff eines Säbelzahntigers vor ein paar Millionen Jahren mehr als sinnvoll gewesen wären. Der Körper mobilisiert für „Flucht“ oder „Kampf“. Festgeklemmt jedoch im Auto mit Termindruck das Seminar pünktlich um 9 Uhr beginnen zu müssen bei einem Neukunden, hilft mir mein uraltes inneres Stressprogramm jedoch kein Stück weiter.

Was jetzt hilft sind Instrumente aus meinem eigenen Stressgelassen-Koffer. Zum Beispiel dies:

1 – Annehmen der Situation.

2 – Annehmen der Situation.

3 – Annehmen der Situation und gewonnene Zeit nutzen.

Statt die Stau-Situation unnötig zu befeuern mit Sätzen wie „Das ist typisch und kann ja wohl nicht wahr sein“ sie einfach akzeptieren. Sich vielleicht vorher noch kurz vergewissern, dass weder Superkräfte den eigenen Wagen zum Fliegen bringen, noch eine ungeahnte Abkürzung in Sicht ist und dann einfach annehmen, dass es nun jetzt einfach so ist wie es ist.

Aus „Das kann doch jetzt nicht wahr sein“ wird dann einfach ein „Das kann jetzt wahr sein“. Im Falle eines Termins gilt es jetzt erst einmal über die Verspätung zu informieren.

Und dann überlege ich mir, was ich mit der gewonnen Zeit anfange. Schminken kann da eine Variante sein, wenn es morgens mal wieder hektisch wurde. Gut ist auch Musik hören und die Gedanken kreisen lassen oder einen Nachrichtenüberblick zu bekommen.

Selbsthypnose – Entspannung to Go

Mir persönlich hilft eine kleine Selbsthypnose zwischendurch. Kurz , (wirklich kurz, da gut trainiert) mit allen Sinnen an meinen Wohlfühlort gehen und den Wind auf der Haut spüren, oder Sand unter meinen Füßen. Ich lasse meinen inneren Blick über eine wunderschöne weite Landschaft gleiten und mein Körper und mein Geist kommen so in einem Mini-Moment zur Ruhe.. Und während ich das innerlich alles erlebe, erlebt es mein Gehirn und mein Körper, als wäre es real. Wissenschaftlich ist es nachgewiesen, das Körper und Geist entspannen, auch wenn ich einen beruhigenden Zustand nur innerlich erlebe. So fing der Tag doch noch gut für mich an und das Seminar startete gleich mit einer Geschichte.

 

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